Rezension zu „Vicious Love“ von L. J. Shen

Klappentext ♥️

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron „Vicious“ Spencer gegenübersteht. Vicious, der ihr das Leben einst zur Hölle gemacht hat. Vicious, der nie nett, immer furchtbar zu ihr war. Vicious, der sie ans andere Ende der USA und weg von ihrer Familie getrieben hat. Vicious, der einzige Mann, den sie je geliebt hat.

Inzwischen ist er ein erfolgreicher Anwalt und leitet mit seinen drei besten Freunden ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen. Emilia, die es kaum schafft, sich und ihre kranke Schwester über die Runden zu bringen, weiß, dass Vicious der letzte Mann ist, den sie jetzt in ihrem Leben gebrauchen kann. Und doch kann sie sich wie damals schon einfach nicht von ihm fernhalten …

Protagonistin Emilia ♥️

Emilia ist ein ganz normales Mädchen mit einem Faible für ausgefallene Klamotten. Sie ist aufrichtig, chaotisch und manchmal geradezu selbstzerstörerisch. Obwohl sie voller Selbstzweifel ist, weiß sie was sie will. Aus dem Mädchen vom Lande wird im Verlauf des Buches eine mutige junge Frau. Lässt sie sich am Anfang noch viel von Vic gefallen, lässt sie ihn zum Ende hin zu Kreuze kriechen.  Das gefällt mir an ihr, sie beschützt nicht nur ihre Schwester und ihre Familie, sondern auch ihr Herz. Emilia macht eine wahnsinnig große Entwicklung durch. Besonders hat mir gefallen, dass sie nicht nur in eine Schublade gedrückt wurde. Sie ist weder extrem zurückhaltend noch ist sie laut. Ihr Charakter besteht aus so vielen Facetten. Sie kann sowohl sanft als auch wütend sein, genervt und amüsiert, selbstbewusst und schüchtern. Auch ihr Mitgefühl und ihre Art das Leben zu genießen haben mir gefallen. Sie lebt ein wenig in den Tag hinein, verliert sich nicht in Tagträumen und nimmt jede Hürde wie sie kommt. Für mich ist Emilia eine aufrichtige und liebenswürdige Person die eigentlich nur irgendwie durchs Leben kommen will.

Protagonist Vicious ♥️

Vic ist gnadenlos seinen Feinden gegenüber. Mit seinen tiefen Narben sowohl auf der Haut, als auch auf der Seele, kann man es ihm nicht verübeln. Von Rachegedanken zerfressen, vom Leben gezeichnet und wie ein verwundetes Tier mit ausgefahrenen Krallen um sich schlagend. Ja Vicious kann gnadenlos sein wie der Teufel. Umso schöner ist es, wenn seine sanfte Seite zum Vorschein kommt. Obwohl er alle Eigenschaften eines Bad-Boys hat, ist sein Charakter keinesfalls flach. Er hat einfach seine eigene Ausdrucksweise, seinen eigenen Kopf. Das Leben hat ihm beigebracht, dass er sich nehmen muss, was er will und das tut er. Auch Vic entwickelt sich im Laufe des Buches. Stück für Stück lässt er alten Schmerz hinter sich. Er vergibt nicht, vergisst nicht aber er wacht endlich auf, erkennt was wichtig ist. Er macht sogar eine größere Entwicklung durch als Emilia. Er will sich ändern und was Vic will, das schafft er auch. Vic hat zwei Gesichter und am Anfang denkt man, beide wären kalt wie Eis. Doch je mehr man ihn auf seinem Weg begleitet, desto klarer wird, Vicious ist keinesfalls aus Eis gebaut. Tatsächlich geht er als erwachsener Mann erheblich nüchtern an seine Gefühle heran. Ihm wird schnell klar, wie seine Gefühle zu Emilia sind. Er streitet es weder ab, noch druckst er lange herum, was ich herrlich erfrischend finde. Er hat es nicht nötig zu leugnen, tut nicht unnahbar, klärt die Fronten. Vic mag ein Bad-Boy sein, doch er ist auch intelligent und realistisch. Diese Kombination raubt mir den Atem.

Story-Aufbau ♥️

J. Shen verdreht einem mit ihrem Vic den Kopf. Doch nicht nur der knallharte Bad-Boy macht Vicious Love so gut, es ist die Kombination aus Liebe und Verlangen die so berauschend ist. Emilia und Vic, hell und dunkel, arm und reich, freakig und straight. Ja die beiden brachten mich zum Schmunzeln denn sie sind so gegensätzlich und doch passen sie perfekt zusammen. L. J. Shen hat einen unglaublich guten Schreibstil und weiß schon mit wenigen Worten Emotionen zu wecken. Ich fieberte mit, freute mich, war traurig, frustriert und glücklich. Alles was ein Bestseller haben muss ist vorhanden. Vic und Emilia schaffen eine so außergewöhnliche Atmosphäre, dass ich jede Seite verschlungen habe. Ich freue mich schon riesig auf den nächsten Band.

Anmerkung ♥️

Ich hatte die Ehre Vicious Love im Rahmen einer Leserunde vorablesen zu dürfen. Erstmal herzlichen Dank an die Lesejury.de für diese Erfahrung. Es war meine erste Leserunde bei Euch und es war ein tolles Erlebnis. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht mit den anderen Teilnehmern über den Story-Verlauf zu diskutieren, den Werdegang von Vic und Emilia zu analysieren und die Meinungen der Anderen zu lesen. Das Manuskript von Vicious Love war dann noch die Kirsche auf dem Eisbecher. Ich habe mich so darüber gefreut und werde es hüten wie meinen Schatz. Ein Buch ist etwas Wundervolles, doch ein Manuskript ist einzigartig.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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Rezension zu „13 – Das Tagebuch“ von Carl Wilckens

Klappentext ♥️

Godric End, Symbolfigur des Bürgerkriegs in Dustrien, ist in Gefangenschaft geraten. Für eine Zigarette pro Tag erzählt er den Insassen von Zellenblock 13 seine Geschichte:
Ich war elf, als ich zum ersten Mal tötete. Meine Jugend verbrachte ich im Rumpf der Swimming Island, fern vom Sonnenlicht. Erbarmungslose Piraten waren meine Familie. Hunger war mein einziger Freund. Worte wie Vertrauen oder Hoffnung bedeuten mir nichts. Das Leben eines Menschen ist für mich nicht mehr wert als das einer Ratte. Ich bin mehr Bestie denn Mann und ich giere nach einer Droge namens Perl.
Trotzdem nennt man mich einen Helden. Einen Freiheitskämpfer. Aber die Wahrheit über mich ist ein scheues und manchmal hässliches Tier.
Ihr glaubt, die Magie sei ein Mythos. Aber es gibt noch Alchemisten an den verborgenen Orten dieser Welt. Und ihr ahnt nicht, welche Gefahr hinter den Spiegeln lauert. Ihr habt vermutlich nicht einmal bemerkt, dass die Sterne am Himmel einfach verschwinden.
Ihr sollt meine Geschichte hören. Von meiner Zeit als Auftragsmörder und von meiner ersten Liebe. Vom Tagebuch, mit dem alles begann. Von der Suche nach meiner Schwester und dem Untergang der Welt. Düster, abenteuerlich und unglaublich fesselnd.

Protagonist Godric End ♥️

Godric ist unser Anti-Held und nimmt uns mit in sein Leben das Geprägt von Gewalt und Schmerz ist. Durch ein unglückliches Ereignis landet er in einer Welt in der der tägliche Kampf ums Überleben, Blut und Hunger an der Tagesordnung stehen. Gleich von Anfang an fesselt er mich mit seiner Geschichte aber auch mit seinem Mut und dem Willen zu überleben. Godric erzählt uns von seinem Leben, das so düster ist, dass kein Licht zu finden ist und doch sucht man nach Hoffnung. Wir gehen ein langes Stück seines Weges mit ihm. Und von einem kleinen Jungen der zum Opfer wurde bleibt ein erwachsener Krieger zurück. Obwohl die grausame Umgebung in der er zum Mann heranwuchs ihm fast sein ganzes Selbst nahm, weckt Godric viel Sympathie in mir. Als er sich endlich befreien kann wird mir auch klar warum. Denn unser Anti-Held hat sich in der tiefe seiner Seele, sein Herz bewahrt, eingepackt in Eis. Er versucht Frieden zu finden, stolpert aber über etwas, das ihn seine Ziele neu sortieren lässt. Dieses Ereignis zeigt, dass er immer noch beschützen will, dass immer noch etwas Menschliches in ihm steckt. Und Godric End beendet seine Geschichte mit 13 –  Das Tagebuch nicht.

Story-Aufbau ♥️

Carl Wilckens nimmt uns mit in eine Welt, wo Gut und Böse kaum zu unterscheiden sind. Er verleitet uns dazu darüber nachzudenken, was es heißt, wenn der Zweck das Mittel heilt. Man könnte das Buch fast schon in zwei Abschnitte einteilen. Im ersten bestreiten wir mit Godric sein Leben, kämpfen, morden, überleben. Im zweiten gehen wir dem Verbleib seiner Schwester nach. Ist die eine Seite grausam und brutal, so nahe an der nackten Realität wie es nur geht, ist die andere vollgestopft von Magie, mystischem, unerklärlichem. Carl schickt uns auf eine Reise, in der man sich nicht sicher ist ob sie erträumt oder real ist. Mit Wesen von dessen Existenz keiner von uns überzeugt ist.  Diese Kombination aus Realität und Wahnsinn machen dieses Buch so unglaublich faszinierend. Man taucht in eine Welt ein die es so bis dato noch nicht gegeben hat. Faszinierend, düster, geheimnisvoll, trostlos und doch magisch, aufregend, abenteuerlich. Jeder im Zellentrakt 13 lauscht der Geschichte von Godric End, und vertrau mir, wenn ich dir sage, dass du es auch wirst.

Fazit ♥️

Ich kann nicht sagen, je ein vergleichbares Buch gelesen zu haben. Und doch habe ich es in einem Zug durchgelesen und hungere schon nach dem nächsten Band. Carl Wilckens hat eine unglaubliche Art zu schreiben und hat eine ebenso unglaubliche Welt erschaffen. Man konnte so gut wie nie voraussagen, was geschehen wird und das ist wirklich selten. Einzig eine Sache war von Anfang an klar, Godric End hat eine faszinierende Geschichte zu erzählen. Das Buch nimmt eine überraschende Wendung, was es noch besser macht. Man fühlt sich ein wenig wie Alice im Kaninchenbau, an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Während des Lesens hat man immer diesen gebrochenen Krieger vor sich und nach jedem Kapitel werden alte Fragen beantwortet und neue tauchen auf.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Lieber Carl, am Anfang des Buches hast Du mich schon eingenommen, doch Du hast bis zum Schluss immer wieder einen draufgelegt. Du hast deine ganz eigene Art zu schreiben und diese ist besonders und einzigartig. Ich bin hin und weg und freue mich schon auf mehr.

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Rezension zu „Die fremde Prinzessin“ von Sabrina Qunaj

Klappentext ♥️

Wales 12. Jahrhundert: Basilia, uneheliche Tochter einer Magd und des mächtigen Richard de Clares, wird mit fünfzehn nach Irland gebracht, wo sich ihr Vater ein bedeutendes Reich geschaffen hat. An der Seite ihrer Stiefmutter, der schillernden irischen Prinzessin Aoife, beginnt für Basilia ein neues Leben. Sie lernt das fremde, raue Land lieben, in dem die Clans sich erbittert gegen die Herrschaft de Clares‘ wehren. Als dieser seine Tochter mit einem seiner grausamen Gefolgsmänner vermählt statt mit ihrer heimlichen Liebe, dem Ritter Raymond FitzGerald, stürzt das nicht nur Basilia ins Unglück. Denn die Fehde zwischen Raymond und ihrem Vater löst blutige Unruhen im ganzen Land aus …

Protagonistin Lia ♥️

Lia nimmt uns mit in eine Welt voll Ehrgefühl, Stolz und Verantwortung. Als uneheliche Tochter von Richard de Clares wuchs sie bescheiden auf dem Hofe des Ehemannes ihrer Mutter auf. Genau das ist es, was mir Lia so sympathisch macht. Sie erwartet nicht viel, ist glücklich durch die kleinen Dinge im Leben und vor allem ist sie unbezähmbar. Ich mag ihren eigensinnigen Kopf, ihren Kampfgeist und ihre natürliche Art. Sie will ihr Leben mit vollem Herzen führen, weshalb sie auch an ihrer Liebe festhält. Doch sie ist auch gütig und aufrichtig. Lia hat von allem etwas und genau das mag ich so an ihr. Obwohl sie im Verlauf der Geschichte viele Rückschläge einstecken muss, rumgeschubst und als Schachfigur verwendet wird, gibt sie nicht auf. Sie will Freiheit, sie will ihren Weg gehen, sie will ihrem Herzen folgen. Ist Lia am Anfang noch ein Mädchen wächst sie zur Frau heran, dabei behält sie jedoch ihr großes Herz und ihren Glauben an ein Happy-End.

Story-Aufbau ♥️

Die fremde Prinzessin ist der vierte Band der historischen Reihe von Sabrina Qunaj, obwohl ich die ersten drei Bänder nicht gelesen habe, hatte ich keine Probleme dem Verlauf der Geschichte zu folgen. Wir begleiten Lia auf ihrem Weg und treffen dabei allerlei von Menschen vom reichen Adel bis zur Dienstmagd ist alles dabei. Es ist wie eine Reise durch die Zeit. Das 12. Jahrhundert wartet mit so einigen Hochs und Tiefs auf. Besonders hat mir gefallen, dass sehr auf alte Bräuche wertgelegt wurde. Selbst für mich als Leihe ist klar, Sabrina Qunaj hat unglaublich gut recherchiert. Dadurch wirkte die ganze Geschichte sehr realitätsnahe. Ich musste wirklich mitfiebern. Stolze 607 Seiten hat der historische Roman und jede Seite davon war wichtig. Denn die Welt die Sabrina da erschuf, braucht eben Platz. Endlich mal kein Roman, den ich nach ein paar Stunden durch habe, so kann man sich ein richtiges Bild von Lia und ihrem Leben machen.

Gestaltung ♥️

Hervorheben möchte ich dieses Mal die Gestaltung des Buches denn Sabrina Qunaj hat da wirklich mitgedacht, denn gleich zu Beginn begrüßt uns ein Stammbaum der uns vor allem über die De Clares und die Geraldines aufklärt. Weiter geht’s mit einer irisch/englischen Karte worauf man Lias Reise nachvollziehen kann. Dann folgt auch noch eine Charakterauflistung, worin alle wichtigen Personen aufgelistet und eine kleine Erläuterung, wer sie denn sind, eingefügt ist. So kann man während des Lesens immer mal wieder spicken, wer denn gerade Lias Weg kreuzt. Im Nachwort wird uns von der Autorin nochmal etwas zu ihren Recherchen und der historisch belegten Zukunft der Charaktere verraten. Alles in allem finde ich diese Art der Gestaltung unglaublich gut. Noch nachvollziehbarer kann man es nicht machen.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Sabrina, es war mir eine Freude Lia auf ihrem Weg zu begleiten. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und jedes Wort hat mich gefesselt. Lia ist zu einer sagenhaft mutigen Frau geworden und hat sich in mein Herz eingenistet. Ich freue mich schon auf neuen Lesestoff von dir. Du hast da etwas wirklich Tolles erschaffen.

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Rezension zu „Perfektion“ von Laura Kier

Klappentext ♥️

Du wurdest verändert, deine DNA ist nun perfekt und du darfst Kinder bekommen. Doch bist du bereit, den Preis dafür zu bezahlen?

Der skrupellose Forschungskonzern Genteck Systeme will Adaras ungeborenes Kind und tötet jeden, der im Weg steht. Adara flieht und kämpft fortan ums Überleben. Die Drohnen von Genteck kreisen am Himmel, in den verlassenen Stollen lauern Kopfgeldjäger und wohin sie auch geht, ist das Wasser giftig. Dennoch gibt es für Adara nur ein Ziel: Die Schwestern der Auferstehung. Aber können diese Rebellen sie und ihr Ungeborenes wirklich vor Genteck beschützen?

Protagonistin Adara (Illaira) ♥️

Ich muss gestehen, leider ist der komplette Charakter von Adara ein wenig verloren gegangen, ob das nun an dem Verlust der Erinnerungen liegt oder an etwas anderem kann ich nicht sagen. Es war schwer mich in Adara einzufühlen, da sie mir die meiste Zeit wie ein Roboter vorkam. Essen, schlafen, flüchten. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Mir hat ein wenig die Tiefe ihres Charakters gefehlt. Die Gefühle, die Zweifel, die Beweggründe. Immer wieder betont sie zwar, dass sie ihr Kind schützen will, doch der emotionale Aspekt hat mir einfach gefehlt. Eine Passage in der sie ernsthaft ihr Kind und ihre Gefühle zu diesem betont, hat komplett gefehlt. Wenn man so einen beschwerlichen Weg für sein ungeborenes Kind geht, dann wird man ja wohl mal über seinen Bauch streicheln und ihm etwas zuflüstern oder irgendeine Art von Zuneigung zeigen. So denke ich jedenfalls, weshalb ich mit Adara nicht warm geworden bin. Nicht mal als sie San begegnet und die Wahrheit erfährt, zeigt sie übermäßige Gefühle. Wirklich, die ganze Zeit dachte ich: Da kommt bestimmt noch ne Stelle wo rauskommt, dass man ihr die Fähigkeit zu Lieben genommen hat. Denn ungefähr so hat es sich angefühlt. Wie eine kalte raue Erzählung von einer Frau mit einem Fötus. Nicht mein Stil. Ich konnte Adara einfach nicht fühlen.

Protagonist San ♥️

San war mir sympathischer als Adara aber haut mich auch nicht um. Er liebt seine Frau, versucht zu rebellieren und reißt sich wenigstens für Adara ein Bein aus (im übertragenen Sinne). Obwohl man von ihm weit mehr erfährt als von Adara, sind alle Informationen trotz allem noch oberflächlich. Doch wenigsten hat San einen Charakter, er zeigt Wut, Angst, Entschlossenheit, Lebenswille, Liebe und er setzt Prioritäten. Das war mehr als man von Adara sehen konnte. Seine grummelige Art fand ich gut und sein Charakter hatte definitiv tiefe, leider aber auch zu wenig Spielraum. Hier ein paar Fetzen und da ein paar Passagen. Natürlich hoffe ich, dass man über ihn im zweiten Band mehr erfährt.

Story-Aufbau ♥️

Die Grundgeschichte von Perfektion ist nicht neu aber durchdacht. Auch, dass System von Genteck, die verseuchte Welt. Laura Kier hat da wirklich ein gutes Konzept. Leider ging das alles etwas verloren. Denn im Endeffekt handelt das Buch von Adara und San wie sie flüchten und flüchten und flüchten. Zwischen dem Flüchten sterben die meisten, denen Adara begegnet. Die Schwestern, die die Rebellion bilden, eine Geheimorganisation aus Rebellen, wird öfter erwähnt, jedoch nicht wirklich auf sie eingegangen. Kurz wird umschrieben wer sie sind, was sie tun und was sie wollen. Das wars. Aber vielleicht kommt im zweiten Band mehr davon. Alles wichtige wird angesprochen, aber selten auf etwas eingegangen. Das nahm nicht nur Adara die Tiefe, sondern auch dem ganzen Buch. Ein immer wieder unterbrochenes Video soll Aufklärung versprechen, verwirrt den Leser aber mehr. So ging es mir eigentlich das ganze Buch über, ich war verwirrt, weil ich mehr erwartet habe. Nach jedem eröffneten Geheimnis, wartete ich auf mehr, doch es kam einfach nichts. Weder wurde näher auf Genteck eingegangen (sie sind eine weltbeherrschende Organisation, die aus einem nicht bekannten Grund auf „gute“ Gene scharf sind und Drohnen durch die Straßen jagen, die Leute töten) noch auf Adara, ihrem Leben vor der Flucht. Bis auf, dass sie Genteck als Lügner bezeichnet, kommt nicht viel. Warum sind sie Lügner? Wann hat sie mit zweifeln begonnen? Was war der Grund, warum sie sofort flüchtete? Im Endeffekt teilt ihr Tally mit: Lauf, sie nehmen dein Kind weg. Und Adara läuft und verteufelt Genteck sofort? Vielleicht habe ich ja ein paar Kapitel überlesen, aber die Hintergrundstory existiert einfach nicht. Das Buch war extrem kurz, zu kurz um das ganze Spektrum einzufassen. Wenn man so ein großes Gerüst baut, muss es auch entsprechend Platz haben sich zu entfalten. Leider wirkte es einfach nur gehetzt. Als würde man schnell durchwatscheln wollen. Schade, hätte man die doppelte Menge an Seiten genommen, wäre vielleicht noch mehr Platz für Gefühle und Erklärungen gewesen.

Bewertung ♥️

1 von 5 Sternen ⭐️ 

Message an die Autorin ♥️

Liebe Laura, gerne würde ich besser urteilen und vielleicht werden alle meine Bedenken mit dem zweiten Band im Keim erstickt, doch der erste Band konnte mich einfach nicht überzeugen. Es war zu viel Material gequetscht auf zu wenig Seiten mit einem zu einfachgehaltenen Handlungsverlauf.

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Rezension zu „Zwischen drei Fronten“ von Katie Weber

Klappentext ♥️

Manchmal ist das Leben mehr als ungerechnet – ganz besonders, wenn man ohnehin hart vom Schicksal gestraft wurde. Dennoch bleibt Gracey Harris nichts erspart. Wie ein Magnet zieht sie das Unglück scheinbar magisch an. Zuerst verliert sie Job und Wohnung und muss zurück in ihre ungeliebte Heimat – in die Einöde Idahos. Dann taucht wie aus dem Nichts auch noch ausgerechnet Nick Scottfield auf. Nick, der sie ihre gesamte Kindheit über ärgerte und piesackte, wo er nur konnte. Nick, der arrogante und selbstgefällige, blöde Elch, den sie auf den Tod nicht ausstehen kann. Nick, der ab sofort ihr Mitbewohner ist, ganz egal wie sehr sie sich dagegen sträubt. Was Gracey jedoch nicht ahnt: Sie und Nick haben mehr gemeinsam als sie bisher glaubt.

Protagonistin Gracey ♥️

Eine junge Frau, mit Verbitterung und Wut im Herzen. Gracey hat unglaublich viel durchmachen müssen und ihre Narben machen sie zu etwas Besonderem. Besonders ihre Wut auf ihren Dad und das Gefühl der Machtlosigkeit ging mir nahe. Es kam mir so vor, als würde sie sich selbst in einen Käfig sperren, einen Käfig, den sie aus Hass und Wut gebaut hat. Berührt haben mich ihre selbstauferlegten Lasten, an die sie sich klammerte und als sie diese endlich losließ atmete ich automatisch mit ihr auf.  Während der Geschichte beginnt sie ihr Gefängnis Stück für Stück aufzubrechen. Gracey´s Schicksal geht einem nahe, doch auch ihr Mut und ihren Willen nicht aufzugeben reißen einen von Anfang an mit. Aufgeben ist keine Option für sie. Diese Stärke gepaart mit ihrem Verarbeitungsprozess fesselten mich. Gracey ist schön, trotz ihrer seelischen Narben und als sie endlich versteht, dass sie nicht alleine ist, kommt ein das Leben liebendes Mädchen zum Vorschein. Sie hat mich einfach umgehauen mit ihrer Art, dem Leben zu trotzen. Eine Kämpferin die alle Karten nutzt, die ihr das Leben zusteckt.

Protagonist Nick ♥️

Nick hat unglaublich reif auf mich gewirkt. Nicht nur, dass er sich sicher ist, was er im Leben erreichen will, auch die Entschlossenheit, vergangene Fehler auszubügeln, fasziniert mich. Er versteckt sich nicht, wirkt auf mich, als sei er mit sich und dem Leben im Reinen. Nick ist geerdet, hat Wurzeln geschlagen und genau das ist es, was ihn wunderschön macht. Es scheint, als würde er die Wut, die Gracey nutzt um weiterzukämpfen, entziffern und verstehen. Dieses Einfühlungsvermögen und auch seine Hoffnung auf ein Happy End berühren mein Herz. Nick ist wie ein Fels in der Brandung, er ist derjenige, der einen auffängt, wenn man fällt. Es war unglaublich schön mitanazusehen, wie er um sie kämpft und wie er ihr gleichzeitig den Weg in eine schmerzfreie Zukunft ebnet. Diese Eigenschaft und seine Verbindung zu Gracey machen „Zwischen drei Fronten“ zu etwas Magischem.

Story-Aufbau ♥️

Wiedermal eine Glanzleistung von der lieben Katie Weber. Sie beweist, es braucht keinen großen Tiefpunkt, keine bösen Überraschungen. „Zwischen drei Fronten“ steckt voller Gefühlen, Wut, Liebe, Hass, Freundschaft. Gracey und Nick sind so unterschiedlich und doch gleich. Es kam mir so vor als sei er ihr einfach nur ein paar Schritte voraus. Jetzt steht er am Ziel und wartet darauf, dass auch Gracey den Mut findet, die letzten Schritte zu gehen. Und wie ein Puzzle-Teil fügt sich zusammen, was zusammengehört. Gracey und Nick sprechen ihre eigene Sprache und während Gracey beginnt sich von den Schatten der Vergangenheit zu befreien, streckt Nick ihr seine Hand hin um sie in die Zukunft zu begleiten.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Katie, ein perfekter Abschluss der Mitbewohnerreihe und wiedermal magisch. Eine so komplexe Verbindung, eine so schöne Geschichte. Ich musste lachen und es standen mir Tränen in den Augen. Habe mitgefiebert und geschmunzelt. Dieses Mal war es diese einzigartige Verbindung von Gracey und Nick, die Magie des Augenblicks, die mich dieses Buch verschlingen lies.

Rezension zu „Dunkle Begegnungen – Unheimliche Geschichten“ von Jana Oltersdorff

Klappentext ♥️

Hatten Sie auch schon einmal eine dunkle Begegnung?
Der Mann im Fahrstuhl, dessen Gesicht man nicht sieht. Ein Onlineflirt, der irgendwie außer Kontrolle gerät. Das hübsche Mädchen auf dem Jahrmarkt, das hinter seinem Lächeln etwas zu verbergen scheint. Das eigene Kind, das sich seit dieser Sache im Kindergarten merkwürdig verhält. Der vermeintlich risikofreie Seitensprung, der zum Albtraum mutiert. Der neue Nachbar, der plötzlich nachts im Waschkeller auftaucht. Oder es ist der Tod selbst, der am Ende der letzten Reise wartet.
Das Fremde, der Schatten im Nebel, die Bewegung im Augenwinkel – in den Geschichten in diesem Buch bekommen sie ein Gesicht.
Bereit für ein Blind Date auf der dunklen Seite? Dann treten Sie näher …

Themen der Kurzgeschichten ♥️

Ein Aufzug, ein Dämon, eine Zeitreise, eine Hausfrau, ein Nebel, ein Jahrmarkt, ein Einhorn und ganz viel Blut. Jana Oltersdorff hat viele Themen unter einen Hut gebracht und es ist wirklich für jeden was dabei. Kurzgeschichten die unter die Haut gehen. Bei manchen war ich eher belustigt, bei anderen eher erschrocken, ganz selten mal wirklich verängstigt. An sich sind viele Geschehnisse vorhersehbar, selten gab´s eine Überraschung, was ich schaden fand. Doch es gibt ja kaum noch eine gruselige Geschichte, die noch nicht erzählt wurde.

Story-Aufbau ♥️ 

Die „dunklen“ Kurzgeschichten haben alle nichts miteinander zu tun, wer eine Verbindung sucht, sucht vergebens. Es sind immer wechselnde Protagonisten, immer andere Orte. Mal mehr Fantasy, mal mehr Science-Fiction, mal mehr Horror oder Thriller. Auch von der Länge unterscheiden sie sich. Manche sind viele Seiten lang, andere nicht mehr als eine Einleitung. Man merkt, dass Jana Oltersdorff sich wirklich mühe gemacht hat. Leider habe ich für mich festgestellt, dass ich nicht wirklich in die Geschichten eingetaucht bin. Es ist sehr schwer eine gruselige Spannung aufzubauen, wenn man nur wenige Seiten hat. Dann hatte ich oft das Gefühl, dass manchmal die Geschichten regelrecht durchgehetzt wurden, was ich schade fand. Viele Ansätze, hätten ein ganz wunderbares Buch abgegeben, doch so wurden sie verschluckt. Vielleicht sind Jana Oltersdorf und ich aber auch nicht auf der gleichen Wellenlänge, die Storys, die sie länger ausgebaut hat, hätte ich kurzgehalten. Die Storys die mir gefallen haben, waren meist nur ein paar Seiten lang. Schade eigentlich. An sich kein schlechter Schreibstil, aber herausragend, so dass ich gefesselt war, nein das blieb leider aus.

Bewertung ♥️

2 von 5 Sternen ⭐️⭐️

 Message an die Autorin ♥️

Liebe Jana, mir hat ein wenig die Verbindung zu deinem Werk gefehlt. Ich konnte mich nicht mitreißen lassen. Viele Dinge waren einfach zu offensichtlich, andere waren einfach zu kurz, selbst für eine Kurzgeschichte. Du hast zu deinen Geschichten auch die Redensart bzw. die Schreibweise geändert, was ich wirklich gut fand, doch das hat mir leider nicht gereicht. Trotz allem war es eine schöne Erfahrung für mich und solltest du dich je dazu Entscheiden, ein Buch über ein Killereinhorn zu schreiben, schreibe mich bitte an, das würde ich gerne lesen! Ich wünsche dir alles Gute!

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Das Buch gibt’s übrigens hier: https://www.amazon.de/Dunkle-Begegnungen-Unheimliche-Jana-Oltersdorff-ebook/dp/B079Y41S9T

Rezension zu „Über zwei Ecken“ von Katie Weber

Klappentext ♥️

Bobbie Clark hat es endlich geschafft. Seit einigen Wochen ist die junge Frau auf dem College und raus aus ihrem alten Leben, hinaus in der freien, weiten Welt, von der sie immer träumte. Als ihr dann auch noch ausgerechnet der beliebte und gutaussehende Adam Walker ein freies Zimmer in seinem Haus anbietet, scheint alles perfekt. Bis zu dem Tag, an dem ein zweiter Walker in Bobbies Leben platzt. Adams Zwillingsbruder Cameron ist nämlich so gar kein angenehmer Zeitgenosse. Grimmig und abweisend in seiner Art hält er die zurückhaltende Bobbie auf Abstand. Doch diese hat ohnehin nur Augen für seinen Bruder Adam. Wären da nicht diese seltenen Momente mit Cameron, die Bobbie an allem zweifeln lassen, was sie bisher zu wissen glaubte.

Protagonistin Bobbie ♥️

Bobbie mit ihrer schüchternen Art war mal etwas ganz Neues. Obwohl ich ein Fan von starken und lauten Protagonistinnen bin, die kein Blatt vor den Mund nehmen, war mir Bobbie auf Anhieb sympathisch. Die Farmertochter mit ihrer Nerdbrille hat etwas Beruhigendes an sich und ihr Glaube an das Gute erinnert mich an alte Zeiten. Obwohl sie nach außen wie ein schüchternes Mädchen wirkt, entfaltet sie sich im Laufe der Geschichte zu einem wahren Schmetterling. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, sie auf diesem Weg zu begleiten. Bobbie hat keine Narben, eine heile Welt, eine wundervolle Familie, ein aufrichtiges Herz und gerade deswegen wirkt sie für mich wie ein Radiergummi auf die Narben, die die Menschen in ihrem Umfeld tragen. Sie nimmt ihnen mit ihrer sanften und liebevollen Art eine Last ab, dabei muss sie nichts tun als sie selbst zu sein. Bobbie Clark ist der Beweis dafür, dass nicht jedes Leben ein Drama braucht und es ist Balsam für die Seele, denn sie erinnert uns daran, wie schön das Leben sein kann.

Protagonist Cameron ♥️

Cameron war es, der mich dieses Mal mehr faszinierte als unsere Protagonistin Bobbie. Denn obwohl man am Anfang einen eigenbrötlerischen einsamen Wolf erwartet, bekommt man einen jungen intelligenten Mann mit dem Herzen am richtigen Fleck. Seine ehrliche und liebevolle Art hat mich verzaubert und sein Beschützerinstinkt gab mir den Rest. Obwohl er so unglaublich viel durchmachen musste, ist er eine echte Kämpfernatur. Beißt sich durch und macht weiter. Er ist witzig, charmant, klug und herrlich offen, was ich unglaublich an Männern schätze. Dazu kommt seine Art gegenüber von Bobbie, er nimmt sie bei der Hand und hilft ihr dabei, sich der Welt zu öffnen. Cameron ist ein Allround-Talent, Allinklusiv. Ich merke, ich gerate ins Schwärmen, aber wer dieses Buch liest, wird verstehen warum.

Story-Aufbau ♥️

Ja Katie Weber weiß wie man Schmetterlinge im Bauch fliegen lässt. Das beweist sie auch wieder mit „Über zwei Ecken“.  Ihre Bobbie, Bücherwurm und Farmertochter, und ihr Cameron, Beschützer und Kämpfer, verzaubern einen von der ersten Sekunde. Vor allem ist es das zarte Wachsen von Gefühlen die einen mitreißen. Liebe auf den ersten Blick? Fehlanzeige! Und genau das ist es, was dieses Buch zu so etwas Besonderem macht. Liebe ist ein langsamer und schleichender Prozess, der sich in kleinen Details wiederspiegelt. Sie steht nicht plötzlich im Raum und sagt: Tadaa da bin ich, es kann los gehen. Bobbie und Cameron wirken auf mich wie zwei Suchende und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, ihnen dabei zuzusehen wie sie es finden. Wer ein leidenschaftliches, alles verzehrendes Feuer erwartet, hat das falsche Buch zur Hand, doch wer nach diesem süßen aufkeimenden Gefühl der Zuneigung sucht, wird sich wie ich, in Bobbie und Cameron verlieben. Denn die Beiden zusammen sind wie eine heiße Schokolade an einem kalten Wintertag. Sie wärmen dein Innerstes und sind so süß, dass man nur verzückt seufzen kann.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Katie, wie machst du das nur immer? Du triffst meinen Nerv mit jedem deiner geschriebenen Worte. Mal ist es deine Protagonistin, mal ist es dein Protagonist, manchmal sind es Gefühle wie ein verrückter Zauber und manchmal fast nur ein Flüstern im Wind. Ich bin hin und weg und das zum gefühlt tausendsten Mal. Du hast einfach eine einzigartige Gabe Gefühle zu Papier zu bringen und mich in alten Erinnerungen schwelgen zu lassen.

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Das Buch gibt’s hier: https://www.amazon.de/Über-zwei-Ecken-Verliebt-Mitbewohner-Reihe-ebook/dp/B0777ZBQM6 

Rezension zu „Vom Dazwischen“ von Victoria Hohmann

Klappentext ♥️

Eine junge Frau in der Fremde, ein Maler in der Schaffenskrise, ein Mädchen, das sich zu seiner Homosexualität bekennt, ein Hasskommentare Schreiber, eine Frau im Griff einer Angsterkrankung, eine andere im Griff ihres Smartphones, ein frustrierter Familienvater, ein angetrunkener Existenzialist, sogar eine Unbekannte in einer Wand.
Getragen von einer assoziativen, bildreichen Sprache, entfaltet sich in zwölf Geschichten ein Mikrokosmos von Schicksalen, mit oftmals unverhofften Wendungen.

Handlung ♥️

Die liebe Victoria hat in ihrem Buch einen wahrhaftigen Mix aus Erzählungen und Kurzprosa geschaffen, irgendwo zwischen diesen zwei Bereichen kann man es einordnen. In zwölf Kapitel greift sie unterschiedliche Themen auf vom berühmten Sein oder nicht Sein über Verlangen, Selbstbesessenheit, Angst, Glück, Diskriminierung und das Aufeinandertreffen von Kulturen, ist alles dabei. Manche Kapitel waren schwerer zu verstehen als andere, man muss doch jedes für sich Raum geben, sich zu entfalten. Sie regen zum Nachdenken, zum Schmunzeln und manchmal auch zum gedanklichen Verweilen ein. Jedes Kapitel ist eine unabhängige Erzählung und auch ihr Schreibstil verändert sich jedes Mal. Ist die eine Geschichte wirr, hektisch, verworren, ja fast schon verrückt ist die nächste sanft, gefühlvoll und/oder traurig. Wer sich eine lange Geschichte mit ausführlichem Enden erhofft, ist hier fehl am Platz. Victoria lässt dem Leser immer ein offenes Ende, damit sind es die eigenen Gedanken, die das Ende schreiben. Es hat wirklich Spaß gemacht, jede Erzählung für sich zu lesen und manche wurden für mich wie ein guter Freund. Ich denke jeder, der dieses Buch zu Hand nimmt, wird auf seine Kosten kommen, seine Lieblinge finden und in Gefühlen baden.

Schreibstil ♥️

Wie schon erwähnt, ist Victorias Schreibstil einzigartig. Wüsste ich es nicht besser, würde ich meinen, die Kapitel wurden von vielen verschiedenen Menschen geschrieben. Manchmal ist die Sprache abgehackt, manchmal geschwollen, manchmal ist sie verständlich, fast schon klar und deutlich und manchmal ist sie angehaucht mit einer unausgesprochenen Bedeutung. Nicht jede Geschichte traf mich ins Herz, weil der Schreibstil mich verwirrte, oder ich die Botschaft vor lauter aneinandergereihten Worten, schwer entziffern konnte.

Bewertung ♥️

4 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Victoria du hast eine erstaunliche Art die Welt zu sehen und diese in Worte zu fassen. Manchmal erleichterst du es dem Leser manchmal wirfst du ihm ganz schön Steine in den Weg. Doch allem in allem hast du den Begriff „Dazwischen“ neu definiert. Man merkt, wie du jedes Kapitel für sich geschrieben hast, wie du es auf deine Art getan hast, unverwechselbar und einzigartig. Zumeist kamen die Gefühle rüber obwohl du wahnsinnig viel Spielraum gelassen hast. Es hat mir sehr viel Freude bereitet dein Buch zu lesen.

Shop♥️

Das Buch gibt’s hier: https://www.amazon.de/Vom-Dazwischen-Erzählungen-Victoria-Hohmann/dp/3981862139/ref=cm_cr_arp_d_product_top?ie=UTF8

Rezension zu „Anna – Buch der Wörter“ von Judith Reusch

Klappentext ♥️

Polen 1981: Ania ist acht Jahre alt, als sie morgens in ihrem Zuhause nur die Großmutter vorfindet. Ihre Mutter Theresa hat sie und ihre Schwester in Polen allein zurückgelassen und ist ihrem vorher geflohenen Ehemann nach Deutschland gefolgt. Ania bleibt bei ihren Großeltern und rettet sich in der folgenden, chaotischen Zeit in eine Welt der scheinbaren Ordnung, indem sie sich ein Buch der Wörter erstellt. Darin versucht sie, alle für sie nicht begreifbaren Begebenheiten wie in einem Lexikon aufzulisten und zu erklären. Die anfangs nur auf wenige Wochen hin geplante Trennung der Familie dauert fast ein Jahr an, da in der Zwischenzeit in Polen der Kriegszustand ausgerufen wird und alle Ausreisen damit verhindert werden.

Als nach einem Jahr endlich auch beide Kinder außer Landes gelassen werden, gelangen sie in Deutschland in eine vollkommen neue Welt, in der das von Ania aufgesetzte Buch der Wörter keinen Nutzen mehr bringt, da dem kleinen Mädchen die polnische Sprache abhandenkommt. Alles ist anders, aus Ania ist eine Anna geworden, und diese muss neue Wörter lernen, ein neues Buch erstellen, in welchem sie die unbekannte Welt zu begreifen lernt.

Die zwei Jahre im Leben Annas und ihrer Mutter spiegeln sich in kleinen, alltäglichen Details wiederum 35 Jahre später in einem einzigen Tag der Lektorin Thea wider, die diese Geschichte als Manuskript auf ihrem Schreibtisch vorfindet. Durch die Lektüre der gelungenen Integration Annas gelingt es Thea unbewusst, sich aus der eigenen, selbst erwählten Isolation zu befreien.

Protagonistin Anna (Ania) ♥️

Anna und ihr Buch der Wörter berühren mich tief. Ihr kleines unschuldiges Herz, das irgendwie durch die schwere Zeit kommen muss, hat mir sehr zu schaffen gemacht. Gerade weil sie so jung ist, gerade weil sie so voller Träume und Hoffnungen durchs Leben geht, bin ich hin und weg. Ihr Buch der Wörter, ihr Wille jedes Wort zu verstehen, der Neuanfang und das fremde Land. Anna nimmt einen mit auf eine Reise durch die Welt eines kleinen Mädchens, das Worte sammelt als wären sie aus Gold. Es sind kleine Momente und große Ereignisse. Es sind leise Worte und laute Gedanken. Anna eine Geschichte, so nahe an der Realität, dass ich daran glaube, dass sie irgendwo hier in Deutschland lebt.

Protagonistin Thea ♥️

Thea lebt in einem selbst ausgesuchten Exil. Doch durch Anna und ihre Geschichte beginnt sie sich auf die Suche nach mehr zu machen. Sofort merkt man, Thea braucht ein Buch der Wörter, denn sie hat verlernt nach diesen zu suchen. In ihrem kleinen Schneckenhaus, immer auf der Hut, niemals rasten, niemals ruhen. Sie hat eine verquere Art zu denken und das finde ich sehr erfrischend. Manchmal erinnerte sie mich an ein Küken das beginnen möchte zu fliegen. Leider kam ihrer Geschichte zu kurz, leider ging der Bezug zu Anna viel zu oft verloren. Trotzdem habe ich ihre Passagen genossen, wenn auch etwas unberührt.

Story-Aufbau ♥️ 

Judith nimmt uns mit Anna in ein Leben voller Gefahren, aber auch in ein Leben voller Hoffnung. Wer nie eine Flucht aus dem eigenen Heimatland erlebt hat, darf diese Erfahrung mit Anna nachholen. Es sind hundert alltägliche Situationen, tausend einfache Momente die uns das Leben von Anna und ihrer Familie zeigen. Und gerade, weil sie so simpel und unspektakulär sind, gerade weil sie so realistisch sind, fesseln sie einen. Man liest, ohne die Seitenzahlen zu beachten, denn sie fliesen nur so dahin. Manchmal waren ein paar Seite zu emotional, zu dick aufgetragen doch trotz allem berührend.

Bewertung ♥️

3 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Judith, du hast penibel auf Einzelheiten geachtet, und man merkt dir deine Leidenschaft am Schreiben an. Du hast eine unglaublich realitätsnahe Geschichte geschrieben, die einem oft unter die Haut geht. Auch wenn mir das gewisse etwas fehlte, ziehe ich meinen Hut vor dir. Du hast Herzblut in dieses Buch gesteckt und das merkt man mit jeder Seite.

Instagram: Mary_jace_books

Blog: http://www.Maryjace.wordpress.com

Shop ♥️

Das Buch gibt’s übrigens hier: https://www.amazon.de/Anna-Buch-Wörter-Judith-Reusch/dp/3981495373/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1524942045&sr=8-1&keywords=Anna+Buch+der+Wörter&dpID=51aANAhLnkL&preST=_SY264_BO1,204,203,200_QL40_&dpSrc=srch

Rezension zu „Vom einsamen Emoeinhorn Erna, das wie alle sein wollte“ von Alex Simm.

Klappentext ♥️

Augenzwinkernde Balladen. Eine Sonne mit Burnout, ein adipöses Walross, das Germany’s Nex Topmodel werden möchte und ein trauriges Emoeinhorn mit Gewichtsproblemen – allerlei befremdliche Gestalten tummeln sich in Alex Simms Balladen. Erzählende Lyrik mit Hintersinn und Witz zu den Problemen unserer Zeit – und natürlich alles andere als traurig!
Kaum eine Schülergeneration, die nicht wenigstens eine Ballade in der Schulzeit auswendig lernen musste. Ob „Erlkönig“, „Zauberlehrling“, „Glocke“ oder „Bürgschaft“, „John Maynard“ oder „Herr von Ribbeck“. Balladen gehören zu den faszinierendsten Dichtungen. Aber Balladen von Schnapsdrosseln, Schluckspechten, Hipster-Sündenböcken oder fleischfressenden Pflanzen, die Veganer werden wollen?
Alex Simm gibt den Zeiterscheinungen des 21. Jahrhunderts eine absurde Gestalt. Ob Schönheitsideale, Ernährungsverhalten, Medienkonsum oder andere Fragen balladesk überzeichnet werden: Simms komische Dichtungen berühren, weil sie unser eigenes Leben spiegeln.

Handlung ♥️

Alex Simm nimmt alltägliche und aktuelle Themen und packt sie in wunderschöne, lustige und traurige Balladen. Dabei erfasst er ein breites Spektrum. Ob es um Anpassungszwang, den Klimawandel, Regeln und Freiheit, Burnout, Mobbing, Konsumgesellschaften oder das Glücklich-Sein geht. Er packt all die unausgesprochen, unangenehmen Probleme unserer Gesellschaft, wickelte eine ordentliche Portion Satire drumrum und wirft es einem vor die Füße. Und ehe du dich versiehst, denkst du über Dinge nach, die dich Bewegen und am liebsten würdest du der Welt jeden einzelnen Vers an den Kopf knallen und schreien: Seht her, da ist ein Mann der weiß wovon er spricht. Ja Alex Simm hat einen Weg gefunden selbst mich mit meinen 24 Jahren zu einem Balladen-Fan zu machen, auch wenn ich bezweifle, dass ich je wieder eine Ballade lesen werde, die mir so aus der Seele spricht.

Illustrationen von Cora Otté♥️

Eine besondere Betonung verdienen in meinen Augen die Illustraitonen zu den verschiedenen Balladen. Sie sind nicht nur wunderschön gezeichnet, nein. Sie vermitteln die Kernaussage der jeweiligen Balladen so gekonnt und kreativ. Ich war einfach hin und weg, weshalb ich euch meine Lieblingstuschenzeichnung hier noch beigefügt habe:

Fazit ♥️ 

Die Welt braucht mehr Leute wie Alex Simm, Leute, die keine Angst davor haben die Probleme der Gesellschaft aufzugreifen und in die Welt zu tragen. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite Feuer und Flamme, habe mehrere Balladen laut vor mich hingelesen, meinem Mann meine liebsten Passagen vorgelesen und auch auf meinen Social Medias mehr als nur geschwärmt.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an den Autor ♥️

Lieber Alex ich bin hingerissen und nachdenklich. Du sprichst Dinge aus, die mir schon viele Male im Kopf herumgingen. Es tut gut diese zu hören, es tut gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht mit unserer Gesellschaft. Du hast dein Herzblut in dieses Buch fließen lassen und wirst viele Herzen damit berühren. Meines hast du berührt und dafür danke ich dir.

Instagram: Mary_jace_books

Blog: http://www.Maryjace.wordpress.com 

Shop ♥️

Das Buch gibt’s übrigens hier: https://www.amazon.de/einsamen-Emoeinhorn-Erna-alle-wollte/dp/3947106068